Speicher für ein Balkonkraftwerk nachrüsten: AC oder DC?
Einen Speicher für ein bestehendes Balkonkraftwerk rüsten Sie auf zwei Wegen nach: AC-gekoppelt über das Hausnetz, dann bleibt Ihre Anlage, wie sie ist, oder DC-gekoppelt mit einem Speicher mit integriertem Wechselrichter, an den Sie die Solarmodule direkt anschließen. Für beide Wege gilt: Der Speicher wird im Marktstammdatenregister registriert und zusätzlich beim Netzbetreiber angemeldet.
Unten finden Sie fünf Fragen, die Sie vor dem Kauf klären, beide Wege im Vergleich, die passenden Speicher aus unserem Sortiment und was für Registrierung und Anmeldung gilt. PluginWatt verkauft Produkte von Anker SOLIX, Zendure, EcoFlow und Marstek.
Vor dem Kauf: fünf Fragen an Ihre Anlage
- Bleibt mittags Strom übrig? Ein Speicher erzeugt keinen Strom, er verschiebt Überschuss vom Tag in den Abend. Wie viel bei Ihnen übrig bleibt, zeigt der Balkonkraftwerk-Rechner.
- Welche Leistung hat Ihr vorhandener Wechselrichter? Sie steht auf dem Typenschild und entscheidet mit darüber, welches Anmeldeverfahren beim Netzbetreiber gilt.
- Möchten Sie an Modulen und Verkabelung etwas ändern? Wenn nicht, kommt vor allem ein AC-gekoppelter Speicher infrage.
- Wie wird Ihr Hausverbrauch gemessen? AC-gekoppelte Speicher brauchen ein Messgerät für den Hausverbrauch. Welche Messgeräte ein Modell unterstützt, steht auf der Produktseite.
- Wo soll der Speicher stehen? Prüfen Sie Gewicht, Maße, Schutzart und Temperaturbereich in den technischen Daten, besonders bei Aufstellung im Freien.
AC oder DC: die zwei Wege im Vergleich
AC-gekoppelt: neben Ihrem vorhandenen Wechselrichter
Ein AC-gekoppelter Speicher wird über das Hausnetz angeschlossen, nicht an die Solarmodule. Ihre Module und Ihr Wechselrichter bleiben, wie sie sind; der Speicher bringt einen eigenen Wechselrichter mit. Ein Messgerät für den Hausverbrauch (Smart Meter, nicht der Stromzähler Ihres Messstellenbetreibers) erkennt, wann Solarstrom ins Netz fließen würde. Diesen Überschuss lädt der Speicher und gibt ihn später wieder ab, zum Beispiel am Abend.
DC-gekoppelt: Speicher mit integriertem Wechselrichter
Bei einem DC-gekoppelten Speicher werden die Solarmodule direkt am Speicher angeschlossen. Er wandelt den Solarstrom selbst in Wechselstrom um und übernimmt damit die Aufgabe des Wechselrichters. Für ein bestehendes Balkonkraftwerk heißt das: Die Module werden vom bisherigen Wechselrichter getrennt und an die Eingänge des Speichers angeschlossen. Ob und wie sich der bisherige Wechselrichter weiter nutzen lässt, hängt vom Modell ab und steht in den Herstellerangaben. Mit einem kompatiblen Smart Meter richtet der Speicher seine Abgabe nach Ihrem aktuellen Verbrauch.
| AC-gekoppelt | DC-gekoppelt (mit integriertem Wechselrichter) | |
|---|---|---|
| Anschluss | Über das Hausnetz, keine Solarmodule am Speicher | Solarmodule direkt am Speicher |
| Vorhandener Wechselrichter | Bleibt in Betrieb | Für die angeschlossenen Module nicht mehr nötig |
| Wechselrichter am Hausnetz | Zwei: Ihr vorhandener und der des Speichers | Der des Speichers, für die angeschlossenen Module |
| Smart Meter | Nötig, damit der Speicher den Überschuss erkennt | Für die Abgabe nach aktuellem Verbrauch |
| Passt eher zu | Anlagen, die schon laufen und bleiben sollen, auch Dach-PV-Anlagen | Neuen Anlagen oder einem Umbau, etwa mit weiteren Modulen |
| Zu beachten | Vorhandener Wechselrichter und Speicher zählen beim Netzbetreiber zusammen; über 800 VA gilt das reguläre Anmeldeverfahren mit Elektrofachbetrieb | Die Verkabelung ändert sich; die Module müssen zu den Eingängen des Speichers passen |
Für wen passt welcher Weg
AC-gekoppelt passt eher, wenn
- Ihr Balkonkraftwerk oder Ihre PV-Anlage schon läuft und Sie an Modulen und Wechselrichter nichts ändern möchten,
- Sie den Überschuss einer Dach-PV-Anlage für den Abend speichern möchten,
- Sie die Anmeldung über das reguläre Verfahren mit Elektrofachbetrieb einplanen.
DC-gekoppelt passt eher, wenn
- Sie Ihr Balkonkraftwerk ohnehin umbauen oder um Module erweitern möchten,
- Ihr bisheriger Wechselrichter ersetzt werden soll,
- danach nur noch der Speicher ins Hausnetz einspeisen soll. Ob seine höchste einstellbare Leistung innerhalb von 800 VA liegt, steht auf dem Typenschild bzw. im Einheitenzertifikat.
Wenig bringt ein Speicher, wenn
Sie Ihren Solarstrom tagsüber schon fast vollständig selbst verbrauchen: Dann bleibt kaum Überschuss für den Abend. Mehr dazu: Balkonkraftwerk ohne Speicher: Wann reicht das?
Welche Speicher aus unserem Sortiment wofür
Die Angaben stammen von den deutschen Produktseiten und Datenblättern der Hersteller. Was beim Anschluss zu beachten ist und welche Messgeräte passen, steht auf der jeweiligen Produktseite.
AC-gekoppelt: für eine Anlage, die schon läuft
- Anker SOLIX Solarbank Max AC: 7 kWh, mit dem Erweiterungsakku BP7000 auf bis zu 42 kWh erweiterbar. Laut Anker für Haushalte, die bereits eine Dach-PV-Anlage oder ein System mit Mikrowechselrichter haben.
- Zendure SolarFlow 1600 AC+: 1,92 kWh, mit bis zu fünf Erweiterungsakkus AB2000L auf 11,52 kWh erweiterbar.
- Zendure SolarFlow 2400 AC+: 2,4 kWh, mit bis zu fünf Erweiterungsakkus AB3000L auf 16,8 kWh erweiterbar.
- Zendure SolarFlow 3000 Mix AC+: 8 kWh in einem Gerät. Laut Zendure für Haushalte, die bereits eine Solaranlage haben und einen Speicher nachrüsten möchten.
- Marstek Venus E 3.0: 5,12 kWh in einem Gerät. Mit welchen Anlagen und Messgeräten er arbeitet, steht in den Herstellerangaben auf der Produktseite.
DC-gekoppelt: Solarmodule direkt am Speicher
- Anker SOLIX Solarbank 3 E2700 Pro: 2,69 kWh, 4 MPPT-Eingänge, bis 3.600 W PV-Eingangsleistung, mit bis zu fünf BP2700 auf rund 16,1 kWh erweiterbar.
- Anker SOLIX Solarbank 4 E5000 Pro: 5,02 kWh, 4 MPPT-Eingänge, bis 5.000 W PV-Eingangsleistung, mit bis zu fünf BP5000 auf rund 30 kWh erweiterbar.
- Zendure SolarFlow 2400 Pro: 2,4 kWh, 4 MPPT-Eingänge, bis 3.000 W PV-Eingangsleistung, mit bis zu fünf AB3000L auf 16,8 kWh erweiterbar.
- EcoFlow STREAM Ultra X: 3,84 kWh, 4 MPPT-Eingänge, bis 2.000 W PV-Eingangsleistung, laut EcoFlow im STREAM-System auf bis zu 23 kWh erweiterbar.
Haben Sie schon einen dieser Speicher, erhöhen Sie die Kapazität mit dem passenden Erweiterungsakku: Anker SOLIX BP2700, Anker SOLIX BP5000, Zendure AB3000L oder Zendure AB2000L. Planen Sie eine neue Anlage, gibt es Sets aus Speicher und Solarmodulen.
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Registrierung und Anmeldung nach dem Nachrüsten
- Marktstammdatenregister: Ein Batteriespeicher ist eine eigene Einheit und muss ebenfalls im Marktstammdatenregister registriert werden, auch wenn er fest im Gerät verbaut ist. Ist Ihr Balkonkraftwerk schon eingetragen, registrieren Sie den Speicher separat, innerhalb eines Monats nach seiner Inbetriebnahme.
- Netzbetreiber: Mit Speicher gilt die Befreiung von der Netzbetreiber-Meldung nicht: Der Speicher muss zusätzlich zur Registrierung im Marktstammdatenregister beim Netzbetreiber angemeldet werden. Nach § 19 Abs. 3 NAV ist der Netzbetreiber vor der Errichtung zu informieren.
- Leistung beim AC-Weg: Ihr vorhandener Wechselrichter und der des Speichers zählen zusammen. Für die vereinfachte Anmeldung beim Netzbetreiber darf die maximale Scheinleistung aller Wechselrichter zusammen 800 VA nicht überschreiten. Hat Ihr vorhandener Wechselrichter bereits 800 VA, liegt die Summe immer darüber; dann gilt das reguläre Anmeldeverfahren mit Elektrofachbetrieb.
- Leistung beim DC-Weg: Speist danach nur der Speicher ein, zählt seine höchste einstellbare Leistung, zusammen mit weiteren Steckersolargeräten hinter Ihrem Zähler. Viele Speicher lassen sich auf mehr als 800 W einstellen; dann gilt ebenfalls das reguläre Anmeldeverfahren mit Elektrofachbetrieb.
- Umbau: Ändern sich durch den Umbau eingetragene Daten Ihrer Anlage, etwa die zugeordnete Wechselrichterleistung, aktualisieren Sie den bestehenden Eintrag im Marktstammdatenregister innerhalb eines Monats. Nur neu hinzugekommene Module registrieren Sie als weitere Einheit.
- Elektrik: Die Produktnorm DIN VDE V 0126-95 gilt nur für Steckersolargeräte ohne Speicher. Für Geräte mit Batteriespeicher gibt es derzeit keine eigene Produktnorm; dafür müssen zusätzliche Anforderungen erfüllt werden. Wir empfehlen, den Stromkreis vorab von einer Elektrofachkraft prüfen zu lassen.
Schritt für Schritt: Balkonkraftwerk anmelden: mit und ohne Speicher
Im Rechner prüfen
Was ein Speicher in Ihrem Haushalt bringt, berechnen Sie mit unserem Balkonkraftwerk-Rechner. Wählen Sie als Ausgangslage „PV ausbauen oder ersten Speicher hinzufügen“, wenn Ihre Anlage noch keinen Speicher hat, oder „Bestehenden Speicher erweitern“, wenn Sie einen vorhandenen Speicher vergrößern möchten. Der Rechner stellt Ihre bestehende Anlage und die Anlage mit Speicher nebeneinander.
Häufige Fragen
Kann ich jedes Balkonkraftwerk mit einem Speicher nachrüsten?
In der Regel ja. Ein AC-gekoppelter Speicher wird über das Hausnetz angeschlossen und arbeitet neben Ihrem vorhandenen Wechselrichter. Wer ohnehin umbaut, kann die Module auch an einen Speicher mit integriertem Wechselrichter anschließen. Prüfen Sie vor dem Kauf die Leistung auf dem Typenschild Ihres vorhandenen Wechselrichters und die Herstellerangaben zum Speicher.
Brauche ich für das Nachrüsten eine Elektrofachkraft?
Wenn die Summe der höchsten einstellbaren Leistungen aller Wechselrichter über 800 VA liegt, ja: Dann gilt das reguläre Anmeldeverfahren mit Elektrofachbetrieb. Beim AC-Weg an einem vorhandenen 800-VA-Wechselrichter ist das immer der Fall. Unabhängig davon empfehlen wir, den Stromkreis vorab von einer Elektrofachkraft prüfen zu lassen und den Speicher nach der Anleitung des Herstellers aufzustellen und anzuschließen.
Mein Balkonkraftwerk ist schon registriert. Muss ich den Speicher trotzdem melden?
Ja, an zwei Stellen. Ein Batteriespeicher ist eine eigene Einheit und muss ebenfalls im Marktstammdatenregister registriert werden, auch nachträglich. Zusätzlich muss der Speicher beim Netzbetreiber angemeldet werden.
Fällt beim Nachrüsten eines Speichers Umsatzsteuer an?
Bei uns nicht, wenn Sie Betreiber der Anlage sind. Für Solarmodule, Wechselrichter und Speicher Ihres Balkonkraftwerks berechnen wir 0 % Umsatzsteuer (§ 12 Abs. 3 UStG). Voraussetzung: Sie sind Betreiber der Anlage und installieren sie auf oder in der Nähe einer Wohnung. Das gilt auch für einen Speicher, den Sie nachträglich für ein bestehendes Balkonkraftwerk kaufen, wenn er dazu bestimmt ist, Strom aus Ihren Solarmodulen zu speichern.
Liefert ein nachgerüsteter Speicher bei Stromausfall Strom?
Nur über eine eigene Off-Grid-Steckdose, falls das Modell eine hat. Bei einem Stromausfall speisen Balkonkraftwerk und Speicher nicht mehr ins Hausnetz ein; Geräte an der Off-Grid-Steckdose des Speichers werden weiter versorgt. Ob ein Modell eine solche Steckdose hat und welche Leistung sie liefert, steht in den technischen Daten.
Quellen und Stand
Stand: Oktober 2026.
- EEG § 3 Nr. 43, § 8 Abs. 5a: gesetze-im-internet.de
- Marktstammdatenregisterverordnung (MaStRV) § 5: gesetze-im-internet.de
- Marktstammdatenregister, FAQ und Hilfe zur Registrierung von Solaranlagen und Speichern: marktstammdatenregister.de
- Bundesnetzagentur, FAQ zu Balkon-Solaranlagen: bundesnetzagentur.de
- Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Kurzinformation zu Steckersolargeräten (Stand März 2026): bundeswirtschaftsministerium.de
- VDE-AR-N 4105:2026-03, Anhang F.1.2: vde.com
- DIN VDE V 0126-95 (Ausgabe Dezember 2025), DKE-Normauslegung: dke.de
- Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) § 19: gesetze-im-internet.de
- UStG § 12 Abs. 3: gesetze-im-internet.de